Archiv für 16. August 2008

Warum ich Mac OS X liebe (und Windows eigentlich nicht mehr anfassen möchte)

Seit ich vor einiger Zeit mein MacBook Pro gekauft habe und so in Kontakt mit OS X kam, wollte ich zu keiner Zeit wieder zurück zu Windows wechseln.
Sondern ich fragte mich eher wieso ich mich jahrelang einfach mit Windows abgefunden hatte.
Es gibt viele Punkte wieso ich lieber am Mac sitze, klar man könnte auch aufzählen, dass es angenehm ist (momentan noch) keinen Virenscanner benutzen zu müssen. Oder dass man vom Unix-Unterbau überzeugt ist. Das sind sicher alles auch wichtige Punkte, doch was mich begeistert und den riesigen Vorteil gegenüber Windows darstellt ist einfach das User Interface, die überlegene Usability.
Ein paar Beispiele:

  • Warum sind bei OS X die Icons auf dem Desktop standardmässig rechts und nicht wie bei Windows links? Ganz einfach. Niemand arbeitet auf dem Mac mit Fenstern im Vollbild-Modus. Man benutzt immer wieder den Desktop um Objekte hin und her zu draggen. Da ist es natürlich praktisch dass die Icons (wie z.B. das der Festplatte) rechts auf dem Desktop ist, denn logischerweise platziert man seine Arbeitsfenster links und hat somit zugriff auf die Desktopicons. Bei Windows sind alle Icons Standardmässig links und so wird diese praktische Sache zerstört.
  • Der Papierkorb: Bei OS X ist er praktischerweise im Dock und somit immer Griffbereit. Ich kann jederzeit Objekte in den Papierkorb ziehen. Bei Windows? Na der Papierkorb ist dummerweise links oben auf dem Desktop. Er wird also so gut wie immer von irgendwelchen Fenstern überdeckt und hat somit absolut keine Funktion und keinen Sinn an dieser Stelle. Das Prinzip des Papierkorbes wurde von Microsoft einfach missbraucht und zerstört.
  • Vielleicht die grösste Stärke von OS X ist die Konsistenz. Alle Applikationen sind ähnlich aufgebaut. Die Menus sind immer an der gleichen Stelle (übrigens ein Grund wieso die Menuleiste in OS X immer oben am Bildschirmrand ist und nicht wie bei Windows am jeweiligen Applikationsfenster klebt).
    Es ist immer alles einfach gehalten und da grosser Wert auf die Konsistenz gelegt wurde, sieht der Anwender immer ihm bekannte Sachen und wird nicht von Fenster zu Fenster mit unübersichtlichen und neuen Menus/Buttons überrascht. Bei Windows herrscht hier Chaos. Jede Anwendung sieht anders aus, lässt sich anders Bedienen. Sogar Microsoft-Applikationen sind nicht alle gleich.
    Die Office-Suite ändert jedes Jahr ihr aussehen und die Bedienung und als wäre das nicht genug, sind nicht einmal alle Programme innerhalb der Suite gleich gehalten!
    Ein gutes Beispiel für das Chaos bei Windows ist die Systemsteuerung. So wird man in Windows Vista geschockt wenn man irgendwelche Einstellungen sucht:
    Systemsteuerung Vista

    Systemsteuerung Vista


    Eine Flut von wild durcheinander gewürfelten Icons. Viel Glück beim Überblick verschaffen. Das „schöne“ (achtung: Ironie) ist noch, dass je nachdem auf welches Icon ich doppelklicke, wird es im selben Fenster geöffnet (dann gibts ein Zurück-Button) oder es wird ein neues Fenster geöffnet (welches wiederum auch x weitere Fenster öffnen kann) und das Chaos ist perfekt.

    So sieht es in OS X aus:

    Systemeinstellungen OS X

    Systemeinstellungen OS X


    Ein schönes schlichtes Fenster, unterteilt in verschiedene Bereiche (Hardware, Internet, etc) und jederzeit übersichtlich. Egal auf welches Icon ich Klicke, die Einstellungen werden immer (!) im selben Fenster geöffnet. Ich habe immer das selbe verhalten, das heisst, bereits bevor ich klicke, weiss ich genau was passieren wird und werde somit nicht überrascht (was wiederum bedeuten würde, dass ich mich an eine neue „Situation“ gewöhnen müsste, was wiederum Denkarbeit benötigt und dies gilt es in User Interfaces eigentlich zu verhindern).

    Mir ist absolut unverständlich wieso Microsoft solch elementare Dinge nicht hinbekommt.

  • Expose: In OS X kann ich auf Knopfdruck (bei mir die dritte Maustaste) eine Übersicht der geöffneten Fenster bekommen und das sieht dann so aus:
    expose

    expose


    Auf einen Blick seh ich alle geöffneten Fenster, kann auf eins klicken und dieses wird in den Vordergrund geholt. Ganz simpel, intuitiv und extrem praktisch!
    Bei Vista gibt es diese 3D-Flip-Whatever-Vorschau der geöffneten Apps. Das sieht dann so aus:
    vista-flip3d

    vista-flip3d


    Lustig, aber leider völlig nutzlos. Die Animation um in diese Sicht zu gelangen dauert viel zu lange, die meisten Fenster sind garnicht sichtbar (da verdeckt) und wenn ich mit der Maus über ein Fenster fahre, erhalte ich absolut kein Feedback ob ich dieses nun ausgewählt habe oder was genau geschieht (und ob überhaupt etwas geschieht) wenn ich drauf klicke.
    Man sieht einfach dass die Microsoft-Ingenieure zeigen wollten, dass ihr Betriebssystem 3D-Grafiken gut beherrscht. Aber niemand hat sich Gedanken gemacht ob das ganze auch wirklich Sinn macht (und das tut es absolut nicht).
  • OS X versteht es sehr gut technische Details (die der User garnicht wissen will) zu verstecken. Das beste Beispiel ist Time Machine, das Backup Tool in OS X Leopard. Backups werden fortlaufend automatisch im Hintergrund erstellt und wenn man eine Datei zurückholen will, dann ist das so simpel wie sonst nirgends. Ich öffne z.B. den Finder (= Windows Explorer) und gehe in meinen Dokumente-Ordner. Jetzt weiss ich dass ich vermutlich vor ein paar Tagen dort noch ein wichtiges Dokument hatte. Also drücke ich den Timemachine-Button, es erscheint eine 3D-Ansicht welche quasi die Zeit symbolisiert. Dort kann ich jetzt eben in der Zeit zurückreisen und sehe wie dieses Finder-Fenster an einem bestimmten Zeitpunkt ausgesehen hatte. Das selbe funktioniert auch in Mail, iPhoto, etc. Einfacher geht’s nicht.
  • Integration von iPhoto, iTunes, etc.: Wenn ich meine Fotos in iPhoto verwalte und die Musik in iTunes, dann habe ich einen riesigen Vorteil. Ich kann dort alles in Alben organisieren und muss mich nicht um irgendwelche Ordnerstrukturen kümmern. Z.B. hab ich in iPhoto ein Album namens „Familie“ oder „Ferien 2008″. Wenn ich jetzt in ein Textbearbeitungs-Programm wechsle und dort ein Bild einfügen will, muss ich mich nicht durch komplizierte und mühsame Ordner klicken, nein, ich erhalte integriert eine Übersicht über meine iPhoto Bilder. Also z.B. in Word hab ich dann direkt Zugriff auf mein „Familie“-Album aus iPhoto und kann so bequem Bilder einfügen. Oder in Keynote (= Powerpoint, aber einfach in hübsch) habe ich nicht nur die iPhoto Bibliothek eingebunden sondern auch iTunes und kann so meine Präsentationen mit Musik hinterlegen ohne dass ich irgendwie in „C:/Daten/MeineDaten/Musik/Pop/Bla/Kelly Clarkson/Alben/2007………“ das richtige File suchen muss.
  • Ein weiteres Beispiel, welches zeigt, dass Microsoft das User-Interface nicht verstanden hat ist das Startmenü. Ok seit Vista steht da immerhin nicht mehr „Start“ drauf, das ist schon ein kleiner Fortschritt. Aber wieso ist das Teil unten links? Das ist so ziemlich die unergonomischste Stelle, die es überhaupt gibt! Unten links! Das Auge ist etwa auf höhe des oberen Bildschirmrandes. Wenn ich aber jedes Mal nach unten in die linke Ecke schauen muss, dann ist das nicht nur mühsam, sondern einfach schlicht unlogisch (abgesehen davon, dass mit dem Startmenü, das Prinzip der Dropdown-Menus missbraucht wurde: Drop-DOWN und nicht „Aus der unteren Ecke hinauf“-Drop/Pop).
  • Ich könnte endlos weitermachen mit Beispielen…
    Zum Schluss noch etwas, das zeigt, dass bei Microsoft einfach nicht mit Liebe zum Detail gearbeitet wird. Das zeigt sich in Vista an so vielen Stellen.
    Wenn ich in Vista die Fensterfarbe ändere, gibt es am rechten und am unteren Rand immer so eine 1 Pixel breite Linie, dessen Farbe absolut nicht dazu passt! Die Farbe dieser Linie ist immer die gleiche, ganz unabhängig der Fensterfarbe. Wenn jetzt das Fenster blau ist, fällt sie kaum auf und passt vermutlich sogar dazu, aber wenn ich mein Fenster grau mache oder weiss, dann sieht das einfach nur schrecklich aus und man merkt, dass die Microsoft „Designer“ das Fenster einfach für die Standard blau Farbe entworfen haben, der Ingenieur im anderen Büro hat dann eine Funktion zum ändern der Farbe implementiert, aber dass dann nicht mehr alles zusammenpasst hat niemanden interessiert.

    Hier eine Grossaufnahme eines Vista-Fensters:

    Was genau stellt diese Cyan-farbene Linie dar? Was macht die hier? Wieso ändert sie sich nicht mit der eingestellten Fensterfarbe? Warum ist dies niemandem bei Microsoft aufgefallen oder warum hat es niemanden interessiert? Fragen über Fragen…


Jetzt neu im AppStore:

Bilder von mir auf Flickr





another pic i made for a friend

More Photos

 

August 2008
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031